50 Jahre Taxi-Holl
Am 2. Januar 1976 machte Edeltraud Holl die Taxi-Sparte der familieneigenen Emil Ball oHG in Gaggenau selbstständig: als Taxi-Holl, mit zwei Fahrzeugen, darunter ein neuer Opel Rekord, und der Rufnummer 14 50. Fünfzig Jahre später arbeiten 247 Menschen für die Holl AG – in sechs Standorten, mit 83 Fahrzeugen und 14 Bedarfsverkehren.
Die Wurzeln der Familie reichen noch weiter zurück: bis 1898, als ihr Urgroßvater Emil Ball eine Kohlenhandlung gründete. Aus ihr heraus eröffnete Edeltraud Holl 1972 die Sparte Taxi.
Gaggenau, das Automobil und das Taxi
Die Geschichte der Familie Holl ist eng mit dem Automobil verbunden – und mit einem Taxi, das bis nach London fuhr.
1894
Theodor Bergmann gründet in Gaggenau seine Industriewerke. Daraus wird das heutige Mercedes-Benz-Werk Gaggenau – es gilt als ältestes Automobilwerk der Welt.
1895–1905
Bergmann baut den „Orient-Express“. Rund 200 Wagen gehen nach London, die meisten als Droschken. Vieles spricht dafür, dass Londons erstes Benzin-Taxi aus Gaggenau kam.
Familie Ball
Emil Ball sen. ist Obermeister bei Bergmann, sein Sohn Emil lernt dort Dreher und arbeitet bis 1928 bei Daimler-Benz. 1898 gründet die Familie ihr eigenes Unternehmen.
2009
Die Redaktion von „taxi aktuell“, dem Journal des Taxiverbands Deutschland, veröffentlicht eine „kleine Geschichtskorrektur zum London-Cab“: Londons erstes Benzin-Taxi kam wohl aus Gaggenau.
Seit 2019
Der Kreis schließt sich: Taxi-Holl fährt wieder London-Taxis – diesmal elektrisch, auch als KVV.MyShuttle.
Heute
Im Unimog-Museum Gaggenau steht ein Orient-Express mit dem britischen Kennzeichen BS 8517. Vor diesem Wagen hat sich die Familie Holl zum Jubiläum 2026 fotografieren lassen.
1898 bis 1973
Kohlen, Heizöl, Fuhrbetrieb: Schon die Familie Ball war mit Fahrzeugen unterwegs – über Krieg und Wiederaufbau hinweg.
1976 bis 2005
Aus einem Taxibetrieb wird ein Fahrdienst, der früh auf Technik und auf den Nahverkehr setzt.
2006 bis 2017
Mit Inges, dem Limousinenservice und den ersten Elektrotaxis wächst das Angebot in die Breite.
2018 bis 2026
Aus der Taxi-Holl wird eine Aktiengesellschaft – und ein Partner für On-Demand-Verkehr im ÖPNV.
Ein Projekt, an das wir gern erinnern
Im November 2019 startete in Rastatt ein kostenloses Einkaufs-Shuttle. Die Idee hatte Dirk Holl, als er selbst in der Rastatter Innenstadt vergeblich einen Parkplatz suchte. Gemeinsam mit dem Gewerbeverein Rastatt RA³ und der DB-Tochter ioki haben wir es in nur sechs Wochen auf die Straße gebracht.
Wer in Rastatt, Ötigheim oder Steinmauern wohnte, ließ sich per App von zu Hause zu einem der über 50 Mitgliedsbetriebe des Gewerbevereins fahren und wieder abholen. Die Fahrten bezahlte der Gewerbeverein. Die Software bündelte Fahrgäste mit ähnlichen Wegen in einem Fahrzeug.
Mit der Corona-Pandemie durfte nur noch ein Fahrgast pro Fahrt mitfahren. Damit funktionierte das Prinzip des Teilens nicht mehr, und das Shuttle wurde 2020 eingestellt.
In unserer Familie haben immer wieder Frauen das Unternehmen geführt und weiterentwickelt. Mit Romy Holl übernimmt in der dritten Generation der Taxi-Holl wieder eine Frau das Steuer.
1922
Führt nach dem Tod ihres Mannes Emil Ball sen. die Kohlenhandlung weiter.
1976
Eröffnet 1972 die Sparte Taxi und macht sie 1976 als Taxi-Holl selbstständig. Der Grundstein der heutigen Holl AG.
Heute
Prokuristin in der dritten Generation. Sie wird die Holl AG künftig führen und weiterentwickeln.
Seit 2018 ist das Unternehmen eine Aktiengesellschaft – und bis heute in Familienhand. Dirk Holl hat das Geschäft von der Pike auf gelernt: Mit 14 oder 15 putzte er Taxis, um sein Taschengeld aufzubessern. Seit 2000 arbeitet er voll im Familienunternehmen.